Vom Beruf Freiheitskämpferin.
Vildan Ö.

Was es bedeutet, im Rollstuhl zu sitzen, weiß Vildan Ö. aus eigener Erfahrung. Das ist auch ihr größter Antrieb für ihre Arbeit in der Assistenzpflege: Anderen zu helfen, ihr Leben frei und unabhängig zu gestalten.

Vildan Ö. war Kosmetikerin, als sie 2009 ein Schlaganfall erlitt. Aber anstatt zu resignieren, kämpfte sie sich aus dem Rollstuhl zurück ins Leben. Nach der Reha machte sie eine Ausbildung zur Pflegerin und begann nach einem kleinen Umweg in der ambulanten Hauskrankenpflege 2014 als persönliche Assistenz. Nicht nur, weil hier die Wege kürzer sind. „Mir hat auch nicht gefallen, dass man in der ambulanten Pflege so wenig Zeit für die Menschen hat, die man betreut.“ Das ist jetzt ganz anders, auch das Feedback. „Meine Klienten freuen sich auf mich.“ So auch, als sie aus dem Urlaub zurückkam: „Sie waren wirklich überglücklich, mich wieder zu haben. Das ist ein sehr schönes Gefühl.“

Es ist vor allem ihre eigene Lebensgeschichte, die sie für ihre Arbeit motiviert. „Als Betroffener wird man ganz klein vor dem Schicksal. Deswegen behandele ich meine Klienten so, wie ich auch selbst umsorgt werden möchte.“ Hier kämpft sie für die Freiheit der gehandicapten Mitmenschen, dafür, dass diese ihr Leben möglichst autonom gestalten können. Vildan Ö. ist für drei von ihnen zuständig. Es ist kein leichter Beruf, sagt sie, aber er ist ganz sicher besser als ihre vorherige Tätigkeit. Außerdem nimmt das Team auf ihre besondere Situation Rücksicht, gerade bei der Planung der Dienstzeiten. „Wir gehen hier sehr gut miteinander um, sehr menschlich. Ich würde mich immer wieder so entscheiden.“

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